Venenum - trance of death

Venenum – trance of death

Da begab es sich im Jahre 2011, dass eine aufstrebende Kapelle eine Mini-LP veröffentlichte, die den todesmetallischen Untergrund gehörig aufwirbelte. 2013 sollte der erste Longplayer folgen, doch unseren Helden widerfuhr ein gewaltiges Hin und Her, somit das Debüt erst jetzt erscheint. Aber, das Warten war eine sich lohnende Angelegenheit.

Das stimmungsvolle Intro, dass „trance of death“ sanft mit Cello und Klavier einführt, lässt uns ehrfürchtig lauschen und ist zugleich wohlige Warnung, was da noch vor uns liegen mag. Und das ist einiges.

Selten gelingt es, autopsische Gewalt mit etwas anzureichern, dass der Musik eine Multidimensionalität verleiht, die aus einem guten Album ein überragendes macht. Unter Mithilfenahme diverser Zitate aus der rockenden Altvorderenzeit, eingekesselt in altschuligen Todesmetall der ungezügelten Art, umhüllt von einer mystischen Aura, haben es VENENUM geschafft, ein Meisterwerk zu kreieren.

Die Gitarre rifft und soliert durch 40 Jahre Rock- und Metalgeschichte, ohne sich zu verzetteln oder aufgesetzt zu wirken. Es ist alles im Fluß, alt trifft auf neu, und das so organisch, dass man nicht merkt, in welchen Dekade man sich gerade befindet.

„Merging Nebular Drapes“ hat schon einige Jahre auf dem Buckel und kann als todesmetallische Brücke zum neuen Material gesehen werden. Bei „The Nature Of The Ground“ ist ab ca. der Hälfte genau das zu hören, was so faszinierend an VENENUM ist. Da wird das Tempo verlangsamt und ein instrumentaler Spannungsbogen erzeugt, der sich in einen höllischen Nackenbrecher entlädt. Definitiv ein zukünftiges Konzerthighlight. „Cold Threat“ erinnert mich an Sulphur Aeon oder auch alte Morbid Angel, besitzt aber ebenfalls diesen VENENUM vibe, der daraus etwas vollkommen Eigenständiges macht.

Was dann aber folgt, ist so noch nie vertont worden. Im dreiteiligen Titeltrack (der die Hälfte der Spielzeit für sich beansprucht) trifft Death Metal auf Classic Rock auf Prog Rock auf Synthies auf Hammondorgel auf auf auf.

Auf alle Fälle schreibt man solche Songs nicht alle Tage, nicht in dieser Welt, aber auch nicht in einer der anderen, die im dritten Teil erwähnt werden. Außer Venenum, die mit ihrem nächsten Album alles in Schutt und Asche legen werden. Hugh, das Orakel von Hayretic hat gesprochen. Aber bis dahin erfreuen wir uns an „trance of death“, natürlich auf Vinyl.