Watain live Party.San 2011

Party.San Open Air 2011

11.08. bis 13.08.2011 (aufgeschrieben aus den Erinnerungen im Jahre 2016)
Schlotheim, Flugplatz

Bands:
Watain, Truppensturm, Cashley, Primordial, Byfrost, 1349, Heidevolk, Dawn of Disease, Desultory, Dew-Scented, Absu, Puteraeon, Aborted, Skeltonwitch, Witchburner, Decapitated, Darkened Nocturn Slaughtercult, Urgehal, Triptykon, Enslaved, Exhumed, Cliteater, Morgoth, At the Gates, Panzerchrist, Melechesh, Taake, Morbid Angel, Belphegor, Ensiferum, Nachtmystium, Negura Bunget, Hail of Bullets

2011 war mein erstes Party.San. Und dazu noch mit meiner Liebsten, die mit Metal nicht sonderlich viel anfangen kann. Sie war auf das schlimmste gefasst. Und wurde zumindest von den Leuten eines besseren belehrt. So viele freundliche und höfliche Menschen (Mein Lieblingszitat: „Der isst ja ne Karotte zum Frühstück! Und trinkt Milch! Ich dachte, hier gibt es nur Bier und rohes Fleisch.“) hat sie nicht erwartet. Musikalisch wurde sie leider nicht bekehrt, aber das war auch nicht die Mission.

2011 war auch das erste Party.San am neuen Gelände auf dem Flughafen in Schlotheim. Bad Berka kannte ich nur aus Erzählungen, die „alten Hasen“ waren aber letztlich zufrieden mit der neuen Wahl.

Wir kamen am Donnerstag Nachmittag an und erfuhren, dass wegen des starken Windes die Hauptbühne leider in Mitleidenschaft gezogen wurde und die angesetzten Konzerte im Zelt stattfinden mussten. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Im Gegenteil, so war es im Zelt schön kuschelig voll und wenn man Glück hatte, recht früh dort zu sein, war man dem Geschehen auf der Bühne sehr nah.

NEGURA BUNGET war dann die erste Band, die ich jemals auf dem Party.San gesehen habe. Schon alleine deswegen werden sie mir immer in Erinnerung bleiben. Desweiteren natürlich, weil es eine meiner Lieblingsbands ist, oder eher war. Aber das ist eine andere Geschichte. Mich freute es, richtig feinen Pagan Metal aus Rumänien zu hören, bestens unterstützt von Panflöten und Klanghölzern. Live immer wieder gut, aber dieser ganze Hickhack um die Trennung von Hupogrammos (Ein Baum von Frontmann!) hinterließ bei mir einen sehr faden Beigeschmack.

Den haben auch DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT. Aber wegen dem (Kunst-)Blut, dass sich stilecht über die Mundwinkel der Frontfrau verteilt. Ja, das muß man schon mögen. DNS ist also mehr ein Augenschmaus denn ein Nasenschmaus. Ein Ohrenschmaus sowieso, weil sie aus dem Wust der unzähligen Black Metal Veröffentlichungen herausragen und richtig gute Scheiben rausgebracht haben. Die meisten Interviews sind ebenfalls nicht von dieser Welt, somit durfte man durchaus gespannt sein. Und man wurde nicht enttäuscht. Rasender Black Metal, der klirrend nordische Kälte verbreitet. Gewiss, einen Originalitätspreis wird man damit nicht gewinnen – muß man auch gar nicht. Die Umsetzung ist tadellos. Bl(H)ut ab!

Je später der Abend, desto schwitzerdütscher sind die Gäste, heißt es doch so schön. TRIPTYKON live ist zermalmend! Sogar noch mehr als auf Platte. Da stimmt einfach alles. Sogar des Meisters Gabriels Kopfbedeckung. Magisch, gigantisch, tonnenschwer. Und mit „The Prolonging“ fegte ein Monster durchs Gelände. Ein würdiger Abschluß des ersten Tages.

Und da es mein/unser erstes PartySan war, steppten wir dann noch ein wenig zu ollen Kamellen im anschließenden Party Zelt. Was hier schon erwähnt werden soll: Der Cuba Libre ist schon sehr lecker.

Freitag. Die Frisur sitzt, die Augen sehen noch nicht gerade aus. Deswegen kamen wir auch recht spät auf dem Gelände an. Aber eine Ankunft zu den Klängen von ABSU ist bei Leibe nicht das schlechteste. Die Hauptbühne war wieder instand gesetzt (muß schon ein nächtlicher Kraftakt gewesen sein, deswegen an dieser Stelle vielen Dank an alle Beteiligten) und somit war der „Regelbetrieb“ wieder hergestellt.

Und der versüßte mit PRIMORDIAL gleich den Tag. Der gute Alan, von weitem als weißes Oval zu erkennen, hatte die Meute gleich im Griff und ließ diese 45 Minuten lang auch nicht mehr los. Und ich weiß nun auch, wo die ganzen Himmelsrichtungen sind. Danke für die Erklärung, Alan.

Herrschaften, folgt mir zum zweiten ganz großen Auftritt an diesem Tag. MELECHESH sind live absolut grandios. Mit den orientalischen Einflüssen und der filigranen, vielerorts auch thrashigen, Gitarrenarbeit von Ashmedi hinterließen Melechesh nur verbrannte Erde. Gut, dass es später dann geregnet hat.

BELPHEGOR sind dann wahrlich ein Kontrastprogramm. Aber ich mag Kontraste. Von dem her eine gute Wahl, die Jungs nach Melechesh auf die Bühne zu bitten. Hochklassiger Black-Death-Metal aus Österreich, der schön nach vorne die Fresse poliert. Sauber gmachd, Burschn. Und für die SM-Fraktion gabs als Zuckerl noch eine mit Klebestreifen bekleidete Dame mit Gasmaske. Was will man mehr.

Ich weiß es! Ich weiß es! MORBID ANGEL. Da waren sie. Meine lovecraft’schen Götter in Menschengestalt. Lava, trotz Regen. Immortal Rites, Fall From Grace. Was kann da noch schiefgehen? Nix. Außer vielleicht, das die Haarfarbe von David Vincent irritierend ist. Blond stand im viel besser. Was meint Ihr?

Und es schallte durch die regnerische Nacht:

Demons attack with hate
Satan in the fires of hell awaits
Death against you all
God hear my death call

Dem kann man am Freitag nichts mehr entgegensetzen.

Und wie schon eine alte Weisheit sagt: Auf Freitag folgt Samstag und auf Regen folgt Sonnenschein. Und auf dem Gelände ertönt CLITEATER. Porn-Grind, so wie wir ihn mögen. Durchgeknallt, ultrabrutal und gut abgehangen.

Weil wir gerade bei „gut abgehangen“ sind: Großes Lob an die Festival-Nahrungsbuden. Da ist alles dabei, was der Mensch braucht. Vom Broiler bis hin zum veganen Afghanen gibt es hier alles. Und dazu noch äußerst lecker. Ich freu mich schon auf das nächste Mahl.