Morbid Angel - altars of madness

Morbid Angel – altars of madness

1989 war ein gutes Jahr für mich. Ich lernte den Death Metal genauer kennen. Nachdem ich mich schon zwei Jahre davor im Hard Rock, Heavy Metal, Thrash- und Speed-Metal suhlte, und meine Neugier nicht zu stillen war, landete ich schnell bei des Death Metals Ursuppe.

Ich fand sehr Gefallen an den tiefen Growls, den vor Blut triefenden Texten, den eingängigen, sich ins Hirn fräsenden Riffs, den peitschenden „In-Die-Fresse-Drummings“. Und dann legte sich die Nadel auf diese Scheibe.

Und es ward geschehen um mich. Ja, Herrschaftzeiten! Da hieven die Jungs aus Florida den Death Metal einfach so mir nichts, dir nichts, auf die nächste Stufe. Die Brutalität und Geschwindigkeit wurden durch die musikalischen Fähigkeiten vor allem von Trey Azagtoth an der Gitarre und Pete Sandoval an den Drums kontrollierter und komplexer, und was bis dahin dem Death Metal fehlte: die Erhabenheit wurde integriert, das Überirdische, die „Lava“, wie es Trey einmal nannte. Es war nicht mehr greifbar, es war nicht mehr nur schmutzig.

Und: Man konnte die Texte verstehen.

Nach wie vor ist das Album wie aus einem Guß. Ein gigantischer Opener, mit „Visions From The Dark Side“, „Maze Of Torment“ und allen voran „Chapel Of Ghouls“ sind absolute Death Metal Klassiker enthalten, eine Produktion, die auch über 25 Jahre später noch gut im Saft steht, ein Cover, dass ich, seitdem ich 17 war, als Tattoo haben wollte (und nun als reifes, weises Individuum endlich verwirklichen werde) und Texte, die man erstens verstand (kann man nicht oft genug erwähnen), und zweitens tiefer gingen, als alles, was ich bis dahin vom Death Metal vernommen habe.