Cathedral - the last spire

Cathedral – the last spire

(geschrieben von Christian)

Was? Wie? Warum? Die sind doch Geschichte! Ja, eben! Genau deshalb muss man nochmal über dieses letzte Album der Doom-Institution reden.

Was für ein Abgesang! Seit 1987 höre ich jetzt harte, dunkle, oder wie auch immer man es nennen mag, Musik. Ein unheilvolleres Intro als hier habe ich selten gehört. Der mächtige Groove des folgenden „Pallbearer“ passt ideal, da er sich des Düsteren sehr subtil bedient. Aber: das soll hier kein Review im eigentlichen Sinne werden, schließlich reden wir hier über eine Platte, die bald vier Jahre auf dem Buckel hat.

Ist sie eine Reise durch die Geschichte einer Legende?! Letztlich ja, in gewisser Weise ist es Lee Dorian und seinen Mannen 2013 gelungen, nochmal alle Trademarks und Stärken, die CATHEDRAL so einzigartig und legendär gemacht haben, auszugraben, zu entstauben und beinahe obszön zeitgemäß zu interpretieren. Selbst das zähe und dunkle Element des – bis heute unglaublich intensiven – Erstlings „Forest Of Equillibrium“ geht im allgegenwärtigen Groove nicht unter. Eigentlich schlicht genial.

Warum schreibe ich hier überhaupt über die Platte einer Band, die einfach die Zeit für sich gekommen sah und sich aufgelöst hat? Ohne das dramatische Element einer Tragödie wie bei den bedauernswerten und unbedingt anbetungswürdigen BOLT THROWER?

Weil mir die wunderschöne Doppel-Vinyl-Version eben daheim in die Hände geraten ist. Womit wir auch die korrekte Tonträgerwahl für CATHEDRAL geklärt hätten. Unbedingt empfehlenswert und in diversen Mailordern auch noch normal im Programm.

Wer die Band kennt, weiss das, allen anderen sei zum Kennenlernen „The Last Spire“ eher empfohlen als die Zusammenstellung alter Songs („The Serpent´s Gold“),  auch wenn diese natürlich einen Überblick verschafft.

Der geneigte Hörer merkt bald: CATHEDRAL haben eine nie gefüllte Lücke hinterlassen. Ob die Nachfolgeband WITHIN THE DEAD das leisten kann, wird sich zeigen.