Bölzer - hero

Bölzer – hero

Bölzer. Bölzer. Noch nie etwas davon gehört. Die zwei Herren KzR und HzR (Kaiser und Heiser?) treiben schon seit 2013 (EP Aura, 2014 EP Soma) ihr metallisches Unwesen unter diesem Namen. Bölzer. Klingt nach Bolzplatz, nach Staub, Schweiß und diversen Blässuren.

Doch ist dieses Bild zu wenig, um „hero“ gerecht zu werden. Selten wurde ich so gepackt und mit einem Lächeln durch die Luft gewirbelt. Ja, lächelnd, denn irgendwie verströmt die Platte neben ihrer beklemmenden Intensität etwas angenehm positives. Ob es am Pfeifintro liegt?

„The Archer“ ist feinste Death Metal Kunst, die mit Klargesang aufgewertet wird. Und dann ist er da, der möglicherweise beste Song von 2016 und ein heißer Anwärter auf ein Lied für die Ewigkeit. Die Symbiose aus Bolzplatz und Arena findet hier ihren Höhepunkt.

Der Klargesang, die Growls, die sägende und erhabene Gitarrenarbeit und das unglaubliche Drumming machen den Titeltrack zu einer Hymne, einen Livekracher, der gänsehäutiges Publikum zurücklassen wird. Hach, was freu ich mich auf eine Livedarbietung. Und diese Tempiwechsel! Argh.

„illustrious god in flesh, passion and fire in the nothingness, hero“

Nach dieser großartigen Kunst ist das großteils straighte und mit wenig Gesang versehene „Phosphor“ eine willkommene Verschnaufpause, bevor nach dem atmosphärischen Intermezzo „Decima“ die nächsten großen Songs präsentiert werden. „I Am III“ walzt sich über 9 Minuten durch den Gehörgang, anschließend mäht „Spiritual Athleticism“ den letzten Rasen vom Spielfeld.

„Chlorophyllia“ ist dann ein gutes Beispiel für diese positive Stimmung, genau wie das Outro „Atropos“, was die Scheibe nicht besser beenden könnte.

Obendrauf gibt es noch eine der besten Produktionen, die ich in letzter Zeit gehört habe. Hut ab ins Woodshed Studio. Und wenn mir jemand die farbige Vinylversion zukommen lassen möchte: Nachricht genügt.

Ich bin mir sicher, „hero“ wird ein Klassiker. Ist er eigentlich schon. Zumindest für mich.